Martina Pernthaler - Inn, 5 Minuten

Martina Pernthaler - Inn, 5 Minuten

(Gedanken, während ich 5 Minuten am Inn saß.)

Der Inn fließt in die falsche Richtung, würde sich sagen, wenn das jemanden interessieren würde. Der Inn fließt in die falsche Richtung und der Wind passt auch gar nicht dazu.

Bei mir daheim gibt es nie Nudeln mit Pesto und deswegen habe ich am Montag Pesto gekauft, weil ich jetzt allein wohne. Es ist Mittwoch und seit Montag esse ich Nudeln mit Pesto, weil ich allein wohne, obwohl ich am Montag realisiert habe, dass ich Nudeln mit Pesto nicht mag.

Allein essen mag ich auch nicht und die Flugzeuge starten sehen war genau zwei Mal interessant und jetzt ist es nur noch laut.

Allein raten, wohin die Flugzeuge fliegen macht auch keinen Spaß.

Ich rate immer Spanien.

Allein am Inn sitzen macht gar nicht so viel Spaß.

Klopapier kaufen auch nicht. Heute habe ich, als ich um 7 Uhr abends Klopapier gekauft habe, das erste Mal mit jemanden gesprochen.

Ich habe kalte Füße und das nicht nur vom Wind und neben mir lachen die Leute laut oder nicken verständnisvoll oder fragen sich höchstwahrscheinlich warum ich so schau.

Ich schau so, weil der Inn in die falsche Richtung fließt und das niemanden zu interessieren scheint.

Für Wege mit dem Rad brauch ich immer sehr lange. Mein Rad hat keine Gänge und ich fahre immer falsch. Ich kenne den Weg nicht wirklich und Maps verwende ich nicht, weil ich strong and independent bin. Wenn man nicht weiß wohin, macht Radfahren gar nicht so Spaß.

Und wenn man nur wartet, dass die Zeit vergeht, macht am Inn sitzen wirklich gar keinen Spaß.

Martina Pernthaler  - Grenzen der Kommunikation

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Alena Kerer - 5 Minuten

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