Alina Gruber - Busfahren

Alina Gruber - Busfahren

Ne Fahrt mit dem Taxi, die kostet so sehr,
doch das Auto in der Werkstatt,
also muss ein Busticket her,
gut, dass er noch Münzen in der Jeanstasche hat.
Die Blondine ihm gegenüber,
was für ein schönes Lächeln,
sie rutscht zu ihm rüber,
sein Gesicht beginnt zu köcheln.
Sie heiße Sabine, so stellt sie sich vor,
wirklich nett ihn zu sehen,
denn sie habe keinen Freund, viel Freizeit und ganz viel Humor,
und er ein Gesicht, dem könne sie nicht widerstehen.
Das unwiderstehliche Gesicht, das ist schamesrot,
er hat feucht schwitzige Hände,
holt schnappend nach Luft, wegen Atemnot,
‘nen Magen, als ob er aus Würmern bestände.
Sein stotterndes „Hallo“ Zaubert ihr ein Lächeln ins Gesicht,
sie nimmt seine Hand,
fragt: „Ach, magst du mich nicht?“
Das wars mit dem Verstand.
Vergessen ist die Haltestation,
vergessen die Arbeit,
und alles drum herum,
dafür ist doch noch ein andres Mal Zeit.
Als der Bus das nächste Mal hält,
zieht sie ihn raus,
während sie ihm von Liebe erzählt,
in eine Gasse, neben ‘nem dunklen Haus.
„Du bist ja ganz niedlich“,
flüstert sie ihm ins Ohr,
„Aber auch ganz schön dämlich“
Und sie holt die Waffe hervor.
Nach getaner Arbeit läuft sie davon,
so schnell wie sie kann,
mit seinem Geld, seiner Uhr, seinem Telefon,
und in der Gasse bleibt nur ein toter Mann.

Alina Gruber -  Schneeglöckchen im Mai

Alina Gruber - Schneeglöckchen im Mai

Linda Losavio -  we’re building towers

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